Logo Portrait Logo Rennkalender Logo Palmarès Logo Sponsoren Logo Impressum
Bericht

Und dann stand ich heute doch auf der Startrampe des Cape Epic...

Was ist passiert? Ende November wurde ich informiert, dass ich dieses Jahr am Cape Epic nicht eingesetzt werde. Es sollte erstmals seit vielen Jahren nur ein Bulls-Team in der Elite-Kategorie geben. Natürlich war ich enttäuscht, denn es war etwas unerwartet für mich. Nachdem sich in den letzten über zehn Jahren die ersten drei Monate des Jahres immer um dieses Rennen drehten, ging ich davon aus, dass es auch heuer wieder so sein wird. Relativ schnell sah ich dann aber die Vorteile, die ich mir aus dieser Situation erhoffte. Statt als Helfer im zweiten Bulls-Team hier Kräfte zu lassen, bekam ich so die Möglichkeit, mich auf die europäische Saison zu konzentrieren. So verbrachte ich den Winter zuhause statt in Trainingslagern und Hotelbetten. Das war auch mal schön, doch entsprechend reiste ich im Februar natürlich mit etwas Formrückstand ans Tankwa Trek und das Teamtrainingslager in Südafrika. Dies hat mich nicht weiter beunruhigt und ich reiste danach zufrieden und mit dem brandneuen Bulls Fully im Gepäck wieder zurück nach Hause. Das neue Bike bereitete mir sehr viel Spass und je näher das Cape Epic kam, umso mehr bereute ich es, dass ich dieses Jahr nicht dabei sein werde. Dann plötzlich wendete sich aber das Blatt. Dies leider aus unglücklichen Gründen, denn Teamkollege Axel Roudil-Cortinat verunfallte im Training und so wurde ich vor knapp zwei Wochen dann doch angefragt, wie ich zu einem Start beim Cape Epic stehe. Ich musste keine Sekunde überlegen, ob ich starten will oder nicht. Natürlich wollte ich! Auch wenn die acht Tage immer sehr hart sind und die letzten Jahre nicht sonderlich erfolgreich waren, habe ich diesem Rennen viele schöne Momente zu verdanken. Den Gesamtsieg 2016 zähle ich nach wie vor zu meinen grössten Erfolgen. Und als Ersatzfahrer kann dieses Jahr niemand etwas von mir erwarten. Ich gehe das Ganze hier mit grosser Lockerheit an und sehe es als Geschenk, nochmals die Chance zu bekommen, bei diesem Rennen dabei zu sein.

Mit dieser Vorgeschichte verlief der Prolog heute absolut zufriedenstellend. Simon Schneller und ich absolvierten die 26 Kilometer lange Strecke sehr konstant und wir fuhren als elftschnellstes Team über die Ziellinie. Auf die ganz grossen Cross-Country-Kaliber verloren wir zwar gute drei Minuten. Aber unmittelbar vor uns ist alles ganz eng und auf Rang 6 beispielsweise fehlten nur wenige Sekunden. Sekunden hin, Sekunden her, morgen geht es mit der ersten langen Etappe weiter und da wird es wohl nicht mehr nur um Sekunden gehen. Die grösste Unsicherheit vor dem Prolog heute, wie ich ohne wirkliche Vorbereitung zurecht komme, konnte ich schon mal ablegen. Ich bin gespannt und freue mich drauf.

Zurück zum Rennen