Wow, das ging nun schnell. Nachdem ich gestern mit dem hohen Renntempo noch etwas überfordert war, lief es heute schon deutlich besser. Und dies pünktlich zur längsten Etappe mit dem Anstieg auf das Merino Monster.
Es war wohl die Mischung aus der Müdigkeit von den zwei letzten Tagen und dem Respekt vor dieser Etappe, die heute zu Beginn für ein moderateres Tempo in der Startphase sorgte. Ich nutzte die Möglichkeit und sortierte mich in den vordersten Positionen ein. Und dies war ein guter Entscheid, denn in der ersten langen und schnellen Abfahrt gab es Defekte und Stürze, was hinter uns für Lücken sorgte. Natürlich war auch Leon absolut präsent und so waren wir kurz darauf gemeinsam mit den beiden gesamtführenden Teams an der Spitze des Rennens. Dies wollten wir nun ausnutzen und wir schafften es, uns festzubeissen. Als die Rennsituation dann etwas gefestigt war, zogen sich die Topteams an unsere Hinterräder zurück. Bei ihnen bahnte sich im nahenden Monster-Anstieg eine Vorentscheidung an. Bei Leon und mir ging es darum, dass wir den Podestplatz bis ins Ziel halten wollten.
Entsprechend fuhren wir immer mit schön Zug Kilometer um Kilometer weiter, bis der Anstieg dann losging. Tatsächlich gab es gleich zu Beginn einen halbherzigen Angriff der Gesamtzweiten, der aber nie eine Gefahr darstellte. Im obersten Teil wurde der Spiess aber dann umgedreht und die Leader holten sich den Bergpreis sogar mit etwas Vorsprung. Ich war natürlich nicht in der Lage, das Spiel mitzuspielen, und versuchte dann einfach so gut und gleichmässig wie möglich den Anstieg hoch zu kommen. Dies gelang mir dann, auch wenn ich in früheren Jahren schon mit weniger schmerzenden Beinen schneller hier hoch gefahren bin. Somit stürzten wir uns als drittes Team in die Abfahrt. Nun hiess es, das Risiko zu dosieren. Zwar hätten wir mit einer furiosen Abfahrt vielleicht fast wieder aufschliessen können, andererseits verzieh das Terrain aber auch keine Fehler. Sofort wäre dies mit einem Defekt oder unsanften Abflug bestraft worden. Und dies wollten wir heute natürlich nicht herausfordern. Also kamen wir noch immer als drittes Team auf die letzten knapp 20 Kilometer auf der Etappe. Hier gaben wir nochmals Vollgas und konnten unseren Rückstand minim reduzieren.
Nach vier Stunden Rennzeit konnten wir uns dann über den dritten Rang freuen. Nach dem miesen Auftritt gestern auf jeden Fall eine erfreuliche Entwicklung. Als Gesamtfünfte gehen wir also dann morgen auf die letzte Etappe. Leider ist unser Abstand auf die vorderen Teams vermutlich zu gross, um da noch einen Sprung zu machen. Und so können wir morgrn wie heute nochmals unbeschwert einfach drauflosfahren und schauen, zu was es reicht.



