Mit dem Marathon im französischen Ornans unweit der Schweizer Grenze bestritt ich heute mein letztes Rennen für diese Saison. Ich freute mich sehr auf dieses Rennen, umso mehr dass das Wetter dieses Jahr mitspielte und die Strecke sich in einem Zustand präsentierte, wie ich es liebe.
Ich setzte mir heute zwei Ziele: erstens strebte ich einen Podiumsplatz an und zweitens wollte ich ein aktives Rennen fahren, so lange wie möglich ganz vorne dabei sein.
Als es direkt nach dem Start in den ersten Anstieg ging, konnte ich mich gut platzieren und das angeschlagene Tempo problemlos mitgehen. Dies war in den letzten Wochen zwar jeweils auch möglich, doch es tat mir mehr weh als heute. Dieser Start gab mir zusätzliche Motivation, heute ganz vorne mitfahren zu können.
Es wurde dann bald klar, dass auch Frey heute einen guten Tag einzog. Dies erwartete ich auf dieser Strecke und ich orientierte mich ab jetzt an ihm. Einige Male konnten wir uns in den kurzen, steilen Anstiegen leicht absetzen. Doch es war erstens zu wenig, um schon durchzuziehen und zweitens musste ich hierbei stets etwas über mein aktuelles Limit gehen.
Doch es war ja mein Vorhaben, heute so lange wie möglich vorne mitzuspielen, und daran hielt ich mich. Kurz darauf konterten uns dann die beiden Polen, die noch in der Gruppe waren, aus. Zuerst attackierte der eine und setzte sich ab. Ich schloss die Lücke und exakt beim Zusammenschluss verschärfte der zweite Pole das Tempo erneut. Nun wäre Billaud in der entscheidenden Position gewesen, um nachzusetzen, doch der Franzose liess es bleiben...
So fuhren wir nun immer mit etwa 20 – 30 Sekunden hinterher und es war weiterhin ein horrendes Tempo gefragt. In der folgenden Abfahrt konnten Frey und ich den Polen wieder stellen und wir stachen danach mit nur Sekundenabständen in den nächsten und längsten Anstieg des Rennens.
Ich bekundete nun Mühe. Zwar konnte ich gleich zu Beginn auf Frey noch leicht verkürzen, doch ich merkte nun, dass ich bis hierhin etwas über meinem aktuellen Niveau gefahren bin. Darum musste ich nun einen Gang zurückschalten. Es überholte mich nun der Pole wieder und kurz darauf schloss auch Stauffer zu mir auf. Ich biss mich nun an ihm fest und wir kamen noch stets mit Sichtkontakt auf die Beiden vor uns auf die Hochebene. Auch mit Stauffer fuhr ich eigentlich wieder einen Zacken zu schnell, und kurz bevor wir ganz aufschliessen konnten, musste ich in einem steilen Wiesenanstieg abreissen lassen. Schade. Es hat bis hierhin während zweieinhalb Stunden grossen Spass gemacht.
Ich konnte endlich wieder da fahren, wo ich fahren will, aber ich wusste, dass es dieses Jahr wohl nicht reichen wird, so bis ins Ziel durch zu kommen. Nun war ich verloren, allein auf dem undankbaren vierten Rang. Auf das Podest schien der Zug abgefahren zu sein, nach hinten war der Abstand komfortabel. Bald wurden mir zwei Minuten Rückstand gemeldet. Ich wusste, dass es Rang vier werden würde heute.
Dann plötzlich schloss auch noch Billaud zu mir auf und wir fuhren nun zu zweit. Dann, etwa 30 Kilometer vor dem Ziel, fiel überraschend der Pole mit einem gröberen Defekt aus der Entscheidung. Somit ging es bei uns nun plötzlich wieder um den letzten Podestplatz. Und hier war nun Billaud ein dankbarer Begleiter. Ich spürte schnell, dass ich mich von meinem Effort wieder etwas erholen konnte und den Franzosen jederzeit los werde, wenn ich möchte. Ich wartete aber noch ein paar Kilometer und setzte mich dann mit einem konstant hohen Tempo im letzten Drittel des letzten längeren Anstieges problemlos ab. Nun fuhr ich allein auf dem sicheren dritten Rang ins Ziel.
Fazit: Beide vorgenommenen Vorgaben erreichte ich mit der aktiven Fahrweise und mit dem dritten Rang.
Nun ist diese Saison für mich vorbei. Es war ein sehr schwieriges Jahr für mich. Ich bewegte mich in einem Bereich, in welchem ich es mir nicht gewohnt bin zu fahren. Ab Juli/August wurden meine Resultate etwas konstanter, doch leider konnte ich den Rückstand auf die Spitzenfahrer nie egalisieren. Ich konnte durch diese für mich neue Erfahrung ein paar Sachen lernen und hoffe, dass ich es im nächsten Jahr dadurch schaffe, wieder besser zu fahren!
Doch nun heisst es zuerst erholen und das Ganze setzen lassen.