2. Etappe 4Islands - (zu) viel ungewollte Spannung
Heute erlebten wir eine actionreiche 2. Etappe, die wir gerne anders erlebt hätten. Doch leider gehören auch solche Tage dazu, insbesondere bei diesem Rennen, wo es so viele unzählige potenzielle Gefahren gibt, wie ich sonst kaum bei einem anderen Rennen erlebt habe.
Wir nahmen uns für die erste längere Etappe einiges vor. Mit der Spitze über den ersten längeren (Haupt-)Anstieg kommen, um danach im windanfälligen und flachen Mittelstück in der Gruppe zu sein und dann auf den letzten 15 Kilometern die noch vorhandenen Kräfte einsetzen. Schliesslich kam alles anders. Lange spannten wir uns zuerst vor das Feld, um so der Nervosität aus dem Weg zu gehen. Dann kam vor dem Anstieg diese kurze, einminütige Abfahrt. Ich fuhr als Erster in diese, Simon direkt hinter mir. Als ich nach der Abfahrt zurückschaute, scherte er gerade aus. Über die groben Steine fiel die Kette runter. Eigentlich nichts Dramatisches, doch bei diesem engen Rennen hier halt doch nicht das, was man sich wünscht. Zudem hat es die Kette auch noch verklemmt, was dann doch etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, und so nahmen wir den Hauptanstieg mit einem Handicap von 45 Sekunden in Angriff. Die grosse Spitzengruppe stets im Blickfeld, fuhren wir so, dass wir vor der Abfahrt den Anschluss wieder herstellen konnten. Schaden behoben, aber es hat etwas mehr Körner gebraucht als gewünscht bis hierhin. Dann die Abfahrt, wiederum nicht unbedingt etwas Schönes, einfach ein langgezogenes Band von handballgrossen Steinen, das sich den Berg hinunter schlängelt. Leider wiederholte sich das Malheur mit der Kette. Doch damit nicht genug, kurz vor Ende der Abfahrt zischte auch noch Luft aus Simons Vorderreifen. Das liess sich relativ schnell beheben, doch es bedeutete trotzdem, dass wir ganz alleine auf den langen Asphaltabschnitt mit starkem Gegenwind kamen. Die in zwei Teile aufgespaltene Spitzengruppe zwar stets in Sichtweite, doch das half uns nichts. Wir kämpften uns alleine durch und unser Rückstand wurde dadurch nicht kleiner. Erst als es etwas verwinkelter wurde, fuhren wir plötzlich wieder auf die Spitze auf, die sich gerade etwas erhohlte für das bevorstehende Finale. Wiederum waren wir also dabei, doch mussten wir uns bereits zum zweiten Mal zurückkämpfen. So war es nicht möglich, im nun folgenden kurzen Asphaltanstieg die Tempoverschärfungen mitzugehen. Mit einer guten Einteilung etablierten wir uns aber ungefähr an fünfter Stelle. Wir taten nun unser Bestes, der lange Anstieg über einen holprigen "Römerweg" zerrte aber ganz schön an den Kräften. Dann war es geschafft. Zehn Kilometer vor dem Ziel folgte eine kurze Abfahrt, dann noch fünf Kilometer Auf und Ab und die Schlussabfahrt. Doch bereits die kurze Abfahrt machte uns den nächsten Strich durch die Rechnung. Nun war es mein Hinterreifen, der Schaden nahm. Ich versuchte den Schnitt mit einem Plug zu reparieren, doch es funktionierte leider nicht, das Loch war zu gross. Nach jedem Aufpumpen war der Reifen 3 Minuten später wieder platt. Drei Mal konnten wir das Spiel wiederholen, doch dann waren wir ausgeschossen. Es blieb uns nun nichts anderes übrig, als die letzten steilen Gegenanstiege zu laufen und in der Schlussabfahrt zu hoffen, dass die Felge möglichst lange durchhält. Einen Kilometer vor dem Ziel war es aber soweit und mein Bike war nicht mehr fahrbar, Fussmarsch! Resultat: Etappenrang 13, neuer Gesamtrang 6 und ordentlich Zeit verloren.