Immer wieder komme ich gerne zurück nach Ischgl. An kaum einem anderen Ort fühle ich mich so willkommen wie hier, sei es im Hotel oder beim Veranstalter. Dazu kommen viele gute Erinnerungen an das Rennen aus den vergangenen Jahren. Und so hoffte ich bei der Ankunft, dass mir das alles hilft, wieder einen kleinen Schritt nach vorne machen zu können. Und dies gelang mir mit dem fünften Rang und vor allem der erbrachten Leistung auf jeden Fall.
Am Anfang sah es noch nicht direkt nach einem guten Tag aus. Auf der ersten 30-Kilometer-Schlaufe rund um Ischgl musste ich einige Male mehr als gewünscht kämpfen, um meinen Platz im Feld zu halten und nicht nach hinten durchgereicht zu werden. Ich fand das Tempo in dieser Phase ziemlich hoch. Doch sobald es dann in den ersten der beiden langen Hauptanstiege ging, wurde das Ganze etwas gesitteter. Nur von einer kurzen Zwischenabfahrt unterbrochen, ging es nun über 1'400 Höhenmeter via Idalp bis auf den Salaaser Kopf. Direkt zu Beginn den Anstieges setzte sich der spätere Sieger Pernsteiner ab und fuhr ab hier alleine vorne weg. Ich fand meinen Platz dahinter neben Kaufmann auf Rang zwei und drei. Kurz vor der Idalp konnte dann der Italiener Samparisi zu uns aufschliessen und mir kam die kurze Abfahrt gerade recht, um etwas durchzuatmen. Danach kamen nochmals 500 brutal steile Höhenmeter bis zum Salaaser Kopf. Ich bekundete nun etwas Mühe. Zuerst musste ich Samparisi ziehen lassen, ehe der in der Abfahrt etwas distanzierte Kaufmann wieder aufschloss. Leider konnte ich dann Claes auch nicht folgen, als er aufschloss und vorbeifuhr. Bis zum Gipfel war dann auch noch Geismayr bei mir und so stachen wir zu dritt und ab Rang vier in die schnelle Abfahrt nach Samnaun. Wiederum verpasste Kaufmann den Anschluss, aber ich spürte schon jetzt, dass ich ihn dann wohl später nochmals zu sehen bekommen werde. Kurz darauf ging es bereits wieder berghoch. Diesmal nur gute 1'000, aber nicht minder steile Höhenmeter. Geismayr verschärfte früh und setzte sich von mir ab, ehe dann auch Kaufmann wieder aufschloss und an mir vorbeifuhr. Ich wusste, dass es sehr wertvoll sein würde, wenn ich vor dem Flachstück vor der Alp Trida den Anschluss nochmals herstellen kann. So kämpfte ich mich nochmals heran und irgendwie war nun die Luft bei allen drei etwas draussen. Denn es wurde nun offensichtlich, dass uns neben Pernsteiner auch Samparisi und Claes und somit das Podium endgültig davongefahren sind und es bei uns nur noch um die Ledermedaille gehen wird. Doch ins Ziel mussten wir ja trotzdem und so fuhr ich nun von vorne. Dann, in einer steilen Rampe 200 Höhenmeter vor dem Idjoch, verschärfte Geismayr das Tempo erneut und konnte sich absetzen. Gleichzeitig konnte ich mich von Kaufmann lösen. Das Fell schien verteilt zu sein, nun hiess es nur noch durchzuziehen. Alle überstanden dann die Abfahrt nach Ischgl schadlos und so wurde es für mich der fünfte Rang.
Wie eingangs erwähnt, bin ich damit zufrieden. Es war sicherlich eine bessere Leistung als vor einer Woche.