Was für ein harter Tag heute. Die Etappe nach Livigno war eine der schwereren dieser Transalp!
Bereits kurz nach dem neutralisierten Start am Reschensee übernahmen die Sieger von gestern das Zepter, und Pliem fuhr praktisch alles von vorne. Im ersten längeren Anstieg der Etappe blieben wir als einziges Team in Kontakt, aber nach der Abfahrt ins Vinschgau fiel das Tempo dann nochmals zusammen. So konnte das KMC Team den Kontakt nochmals herstellen und wir fuhren nun zu sechst in Richtung Schweiz und das Münstertal.
Schon hier war es stets leicht ansteigend, das Haupthindernis des Tages begann dann aber erst in Santa Maria richtig. Denn hier bogen wir in den – vorallem zu Beginn – steilen Anstieg zum Döss Radond ein. Und hier wiederholte sich das Spiel von gestern und heute nach dem Start erneut. Pliem diktierte das Tempo, Claes fuhr mit ihm mit und wir waren dadurch gefordert. Leider konnten wir das Tempo nicht mitgehen, konnten unsererseits aber das KMC Team distanzieren. In der Hälfte des Anstieges stellten uns die Holländer dann wieder und setzten sich sogar von uns ab.
Es ging nun weiter durch das wunderschöne Val Mora und später über den steilen Anstieg über den Passo Trela weiter nach Livigno. Pliem/Claes waren bereits fünf Minuten enteilt, doch KMC blieb immer in unserem Blickfeld und kurz vor Livigno konnten wir sie wieder einfangen.
Es kam noch besser für uns, denn kurz darauf standen die Leader mit einem gröberen Defekt (Schraubenbruch am Kettenblatt) am Streckenrand. Nun ging es noch auf die letzte Schlaufe rund um Livigno und hier spielte uns nun jeder Meter in unsere Karten. Wir konnten auf diesen letzten 15 Kilometern schliesslich eine Viertelstunde auf die Leader heraus fahren und somit die Gesamtführung übernehmen. Somit waren wir heute zwar nicht die Stärksten, aber auf jeden Fall die Glücklichsten. Das darf ja auch mal sein.
Am Schluss ging es dann noch um den Etappensieg und diesen meisterten wir wie folgt: ich liess im letzten Singletrail an zweiter Stelle fahrend Simon davon ziehen. Auf den letzten paar flachen Kilometern klemmte ich mich dann an die Hinterräder von KMC, welche mich zwei Mal versuchten mit Angriffen zu distanzieren. Doch es war nichts zu machen, ich blieb dran und entschied dann den Sprint für mich. Somit krönten wir den Tag auch noch mit dem Etappensieg. Nun heisst es Kräfte tanken für den nächsten Tag, denn wir werden bestimmt gefordert bleiben.