Es gibt kaum ein Rennen, bei dem ich schon öfters Zweiter wurde wie beim Marathon in Willingen. Auch heute war ich nach fünf Stunden einmal mehr der erste Geschlagene. Ob ich nun damit zufrieden sein soll, weiss ich nicht.
Einerseits hätte ich bei dieser Konkurrenz gewinnen sollen. Doch der Holländer Tim Smeenge war heute sehr stark. Ich versuchte ihn mehrmals abzuhängen, doch er parrierte jederzeit. Nicht nur das, er attackierte einige Male noch drüber. Auch da konnte ich zwar jeweils mitgehen, doch dies zeigte mir, dass er sich gut fühlte und auch viel Selbstvertrauen hatte. 30 Kilometer vor dem Ziel versuchte ich es dann nochmals vergebens und wenig später schwanden meine Kräfte rapide. Es kam wie es kommen musste. Ich musste den Holländer in einer steilen Rampe ziehen lassen. Er fuhr nun beflügelt Richtung Ziel, während ich mich dahinter einmal mehr abmühte. Schliesslich summierten sich bis ins Ziel unglaubliche fast drei Minuten auf diesen letzten zehn Kilometern. Das harte Sägezahn-Profil, welches fast flach aussieht, aber doch über 3'500 Höhenmeter aufweist, zog meine Beine etwas zu früh leer.
Anderseits war es mein erster Podestplatz in dieser Saison. Warum es so lange dauerte und warum heute nach 4½ Stunden die Energie aufgebraucht war, weiss ich, und es ist eigentlich auch nicht erstaunlich nach diesem Frühjahr. Darum versuche ich das Positive mitzunehmen und in den nächsten Wochen darauf aufzubauen.