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Eiger Bike Challenge – Sieg nach Plan

Bei bestem Wetter fand heute die Eiger Bike Challenge in Grindelwald statt. Es ist das Rennen, welches ich schon so oft gewonnen habe wie kein anderes, sieben Mal bis heute. Unter diesen Voraussetzungen und nach dem Erfolg vom letzten Wochenende war es klar, dass ein weiterer Sieg mein Ziel des Tages war. Gleichzeitig galt es aber, noch etwas mehr wie bei anderen Rennen, aufmerksam zu bleiben, denn aus vergleichbarer Ausgangslage brach ich mir ja hier vor drei Jahren das Schlüsselbein und diese Erinnerung fährt noch immer mit, wenn ich in Grindelwald bin.

Das Starterfeld war heute etwas ausgedünnter als normalerweise bei diesem Rennen. Das am Dienstag beginnende Swiss Epic lässt grüssen. Ich hatte eine klare Strategie im Kopf und diese begann bereits im ersten Anstieg auf das Feld direkt ab dem Start beginnend. Hier wollte ich zuerst mal abwarten, was passiert, und als das passierte, was ich erwartete, nämlich dass alle mich anschauen, musste ich das Rennen bereits hier selber in die Hände nehmen. Darum schlug ich hier ein unangenehmes Tempo an, um eine übersichtliche Gruppe zu formieren. Dies gelang bestens und neben meinen Teamkollegen Stauffer und Schneller komplettierte Schweizer Meister Fanger die Spitzengruppe. Dann kam die vor drei Jahren verhängnisvolle Abfahrt, die ich heute bestens überstand.

Das erste Ziel war somit bereits erreicht und wir fuhren in besagter Konstellation den coupierten Mittelteil via Bort bis zum Anstieg auf die Grosse Scheidegg. Hier zog ich mich dann etwas zurück, denn ich hatte kein Verlangen, danach das ganze Rennen immer zuvorderst zu fahren, und hatte das Gefühl, dass ich aus dieser Gruppe das Rennen im letzten Anstieg werde für mich entscheiden können und es drohte auch keine grosse Gefahr, dass von hinten noch jemand zu uns dazustossen wird. Somit fuhren wir weiterhin zu viert und in einem mir angenehmen, aber etwas gedrosselten Tempo zum First und weiter zum Bachalpsee. Hier wartete nun die unangenehme Abfahrt zum Waldspitz. Steinig, defektanfällig ist sie, bei einem Abflug würde man hart landen. Also hiess es wieder noch mehr konzentriert zu bleiben und ich wusste, dass hier entweder Stauffer oder Fanger versuchen werden, mich unter Druck zu setzen. Es war dann Fanger, der sich leicht absetzte, doch ich stellte ihn bereits nach kurzer Zeit wieder und auch Schneller und Stauffer fanden den Anschluss erneut.

Somit bogen wir gemeinsam in den langen Anstieg auf die Kleine Scheidegg ein und hier wollte ich nun, wie schon so oft, die Entscheidung herbeiführen. Es war nun schwierig für mich zu beurteilen, wer der härteste Widersacher sein könnte und wie viel Reserven da noch vorhanden sind bei meinen Begleitern. Darum beschloss ich heute schon nach rund einem Drittel des Anstieges ein erstes Mal das Tempo zu erhöhen. Zu meiner Überraschung verloren Fanger und Schneller sofort den Anschluss, Stauffer hingegen biss sich während einigen Minuten hartnäckig fest. Doch dann plötzlich musste auch er mich ziehen lassen und somit sah es nun gut aus. Ich hatte noch den halben Anstieg Zeit, um mein Polster auszubauen auf bis zu einer Minute und ein paar Sekunden auf der Kleinen Scheidegg. Somit schien schon fast alles geregelt zu sein, doch es waren noch einige Kilometer zurück nach Grindelwald. Ich kam aber problemlos durch, kein Defekt, kein Sturz, keine Krämpfe. Und somit schaffte ich es, bereits zum achten Mal dieses Rennen zu gewinnen, sehr schön!

Nun gilt es in den nächsten Tagen den Fokus auf optimale Erholung zu legen, damit ich für das harte Stück Arbeit im Wallis am nächsten Samstag gerüstet sein werde.

Rangliste

Fotos: Martin Platter