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Alt und Jung schaffen das

Schon bald ist die erste Woche meines Trainingslagers hier in Gran Canaria vorbei. Stahlblauer Himmel und die dazu gehoerende Sonne bei bis zu 30 Grad hat uns empfangen. Bei diesen Bedingungen lief das Training in den ersten Tagen, trotz den zum Teil recht steilen Bergen, wie von alleine. Jeweils um die 5 Stunden und 3000 Hoehenmeter waren schnell vorbei. Dabei wurde es nie langweilig, denn unsere Gruppe von 6 Leuten ergaenzt sich super und man ist nie alleine.

Am Samstag machte sich dann eine kurze Wetterumstellung bemerkbar. Es regnete teils kraeftig und wurde etwas kuehler.
Darum zogen wir den am Sonntag den geplanten Ruhetag vor und verbrachten den Tag mit Lesen, Wintersport am TV und Beine hochlagern. Dabei machte ich mir auch ein paar Gedanken wie es in den kommenden Tagen weitergehen sollte. Bei der zweistuendigen Ausfahrt am Abend fand ich dann die Loesung: Inselumrundung am Montag nach 5 Stunden "einfahren" am Sonntag. Diesen Plan behielt ich aber zunaechst noch fuer mich. Kaum gestartet am Sonntag, musste ich mir dann einen Parnter dafuer suchen. In Extremsportler Dani Wyss, der mein Vater sein koennte, war dieser natuerlich schnell gefunden.
Bei den weiteren vieren (Schalbetter, Siedler, Spaeth und Zahnd) war dies dann schon schwieriger. Die Reaktionen dieser waren eher skeptisch. Wie lange wuerde man wohl haben? Von sechs Stunden bis unmoeglich, ohne unterwegs ein Hotel zu nehmen, waren alle Varianten verfuegbar. Ich persoenlich rechnete mit acht Stunden.

Am Montan puenktlich um neun Uhr ging es im Schatten des imposanten Vulkangesteines dann los. Ausgeruestet mit zwei Flaschen Wasser, einem Getreideriegel, einer undetaillierten Landkarte aus einem Prospekt, ein paar Euros fuer den Notfall und zwei starken Beinen. Rund um die Insel bedeutet hier nicht einfach flach der Kueste entlang, sondern ein stetes Auf und Ab. Vorallem im Westen, unserem ersten Streckendrittel, schlaengelt sich die Strasse immer wieder in die Berge. Nach zwei Stunden Fahrzeit durch oede Landschaften wurden wir mit dem Ausblick auf das nahe gelegene Teneriffa mit dem Teide, dem hoechsten Berg Spaniens, ein erstes mal belohnt. Bald darauf waren wir dann im gruenen Norden der Insel. Nun begann eine Fahrt durchs Labyrinth. Ausser der Autobahn Richtung Las Palmas gibt es keine durchgehende Hauptstrasse, sodass wir immer wieder Abstecher auf kleinere Strassen machen mussten. Weil diese Gegend sonst nicht in unserem Trainingsgebiet liegt, war dies nicht so einfach. Tatsaechlich haben wir uns dann auch schon bald verfahren und waren auf dem Weg in die inzwischen schon ziemlich verhangenen Berge. Umkehren kam fuer ans aber nicht in Frage und so fanden wir uns schon bald bei noch 12 Grad und in dichtem Nebel auf 1000 Metern wieder. Zurueck am Meer ging es von nun an wieder auf der geplanten Route weiter. Das einzige Problem war nun das Wetter. Zwar wurde es wieder etwas waermer aber es schien so, als wuerde es jeden Moment beginnen zu Regnen. Ausser ein paar Tropfen blieben wir aber gluecklicherweise verschont. Auf den letzten 60 Kilometern hatten wir dann sogar noch leichten Rueckenwind und Sonne.
Kurz nach 18 Uhr waren wir dann wieder im Hotel. Rund 8 Stunden und 40 Minuten Fahrzeit, 245 Kilometer und 4600 Hoehenmeter bei Durchschnittspuls 140, spuckte meine Pulsuhr aus.
Es ist also problemlos moeglich, die Insel inklusive Zusatzschlaufe zu umrunden.