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5. Etappe Absa Cape Epic – heiss, lang, staubig, Podest

Heute stand nochmals eine lange Etappe über 120 Kilometer und 2'500 Höhenmeter von Worcester nach Wellington auf dem Programm. Nach unserem Defektpech der zwei letzten Tage immer exakt dann, als die Post abging, stand das Glück heute auf unserer Seite. Mit dem zweiten Rang auf der Etappe konnten wir uns auch im Gesamtklassement wieder auf den dritten Rang verbessern und dies erstmals mit etwas Luft nach hinten.

Die Startphase war auch heute wieder stressig. Zuerst zehn Kilometer flach auf der selben unangenehmen Kiesstrasse wie gestern, dann zwei Kilometer Asphalt, wo wieder auf ein Neues um jede Position gekämpft werden musste, bevor es dann mit dem ersten Anstieg etwas ruhiger wurde. Ruhiger nicht vom Tempo her sondern ruhiger im Sinne von "dass man sich nun nur noch auf das Treten und Steuern konzentrieren musste".

Bereits in der ersten Abfahrt erwischte es zuerst das Backup Team von Topeak und kurz danach die Gesamtzweiten Hynek/Lakata mit einem Platten. Ich hatte bis hierhin schon immer zu beissen und auch im folgenden steilen Anstieg, als Kulhavy das Tempo vorgab, musste ich kämpfen um mit nur wenigen Metern Rückstand über die Kuppe zu kommen. Zum Glück für mich, fuhr sich dann auch der Olympiasieger in der Abfahrt einen Platten ein und so konnten wir nun das Rennen während den nächsten 20 Kilometern kontrollieren.

Es war ein stetes Auf und Ab. Grosse Steine, Büsche, Sandpassage und die aufkommende Hitze zwangen uns jeden Meter der Strecke schwer erarbeiten zu müssen. Wir hatten bereits 50 Kilometer hinter uns gebracht, als meine beiden Trinkflaschen nichts mehr hergaben. Aufgrund der Rennsituation passierten wir die erste Verpflegungsstelle ohne zu stoppen und genau das rächte sich jetzt bei mir, denn es trennten uns noch 20 Kilometer von der nächsten Verpflegung. Irgendwann sehnte ich der Verpflegungsstelle nach jeder Kurve entgegen doch sie kam und kam einfach nicht. Stattdessen immer mal wieder eine Sandpassage, nochmals ein paar Höhenmeter, eine erneute Kurve die zum Abbremsen und wieder Beschleunigen zwang. Mein Mund wurde immer trockener und trockener. Specialized konnte in dieser Phase wieder aufschliessen und es hiess jetzt ihr Tempo mitzugehen um den Schnellzug (Kulhavy) während 30 flachen Kilometern nicht zu verpassen.

Dann kam sie doch noch, die Verpflegung. Ich rüstete mich mit drei Flaschen aus und trank eine weitere direkt vor Ort und dann ging es auch schon weiter. Ich hatte Angst, je länger das Rennen gehen würde, für meine mangelnde Flüssigkeitsaufnahme büssen zu müssen und trotzdem durfte ich nicht zu viel auf einmal trinken um dann mit einem "Wasserbauch" kämpfen zu müssen - alle paar Minuten ein Schluck also. Das Problem mit dem "Wasserbauch" konnte ich so vermeiden, dafür hatte ich ganz schön Mühe in der Gruppe mit Kulhavy an der Spitze mitfahren zu können!

Ich war dann extrem froh, als wir endlich die Asphaltstrasse, die uns hoch zum Bainskloof Pass führen würde, erreicht hatten. Zwar war es jetzt nicht mehr flach, dafür rollte es deutlich besser und ruhiger. Auch im Anstieg auf den Pass klemmte ich mich fest und so kamen wir schliesslich zu viert (Specialized, RED-E Blend, EAI South Africa und wir) auf die entscheidenden letzten 20 Kilometer.

Ich wusste, dass es für mich auf diesem Abschnitt nochmals extrem hart werden würde, denn schliesslich hatten wir das Merida Team schon am Anfang der Etappe distanziert und wir wollten unbedingt so viel Zeit wie möglich auf sie gut machen. Nicht nur um den dritten Gesamtrang übernehmen zu können, sondern wir wollten uns auch gleich ein Zeitpolster anlegen. Im zweitletzten Anstieg, zurück vom Asphalt wieder im Gelände, konnten sich Sauser und Kulhavy langsam absetzen. Ungefähr bei der Hälfte schoben sich dann Lill und Woolcock alleine auf Position zwei und wir waren das dritte Team. Bis zur Singletrail-Abfahrt Richtung Ziel summierten sich für uns rund 40 Sekunden Rückstand auf Rang zwei, welchen wir im ersten Teil der Abfahrt wieder wett machen konnten.

Nochmals lagen 150 Höhenmeter berghoch vor uns. Ich wusste, dass wir die Etappe hätten gewinnen können, wenn wir als erstes Team aus einer Gruppe in die Abfahrt Richtung Wellington hätten einbiegen können. Das war nun nicht mehr möglich, Specialized war längst aus dem Staub. Aber das RED-E Team wollten wir auf jeden Fall hinter uns lassen. Also sammelte ich nochmals alles was ich noch hatte zusammen, zog an den beiden vorbei und biss bis auf den Gipfel nochmals durch. Der Plan ging auf und wir sicherten uns mit weniger als einer Minute Rückstand den zweiten Rang auf dieser Etappe. Somit konnten wir auch den dritten Gesamtrang zurück erobern und das sogar mit nun knapp neun Minuten Vorsprung auf Merida, die heute einen schwarzen Tag erwischten. Auch auf die Pechvögel von Topeak konnten wir etwas Zeit aufholen und liegen neu noch knapp über vier Minuten hinter ihnen.

Auch wenn ich heute nicht meinen besten Tag erwischte, unter der Hitze litt und das über fünf Stunden lang, so hat sich doch mein Einsatz absolut gelohnt. Nun heisst es Kräfte tanken für die letzten zwei Tage und unsere aktuelle Ausgangslage für das Gesamtpodium nicht mehr zu verspielen.

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