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In der Zukunft angekommen

Wenn sich das Jahr 2013 in wenigen Wochen bereits wieder seinem Ende zuneigt, dann werde ich schon meine siebte Saison als Mountainbike Profi in den Beinen haben. Ich mag mich erinnern, wie ich damals als Zweiundzwanzigjähriger furios in dieses Metier einstieg und mir Viele eine grosse Zukunft prophezeiten. Tatsächlich stand ich dann auch schon ein Jahr später auf dem Podest der Weltmeisterschaft. Seither spulte ich Saison um Saison konstant auf einem hohen Niveau ab. Der Mountainbike Rennsport entwickelte sich in rasantem Tempo und ich entwickelte mich mit. Viele Highlights durfte ich in dieser Zeit erleben, doch meine international ganz grossen Erfolge blieben rar oder es fehlte stets ein ganz kleines bisschen. Lange konnte ich sagen, dass ich ja noch immer jung bin und mir noch Zeit bleibt, den entscheidenden Schritt zu machen. Mittlerweile bin ich längst nicht mehr der Jüngste auf der Strecke, schon viel eher komme ich langsam in den Bereich meiner Karriere, in welchem ich mein grösstes Leistungspotenzial sollte abrufen können.

Und das ist mir in den letzten Monaten teilweise gelungen. Zwar hat es für keine internationale Medaille gereicht. Ich wurde Sechster an der EM und Fünfter an der WM. Trotzdem wage ich aber zu sagen, dass ich in der abgelaufenen Saison phasenweise zu den drei besten Marathonfahrern auf dieser Welt gehört habe. Angefangen hat der Aufbau, um auf dieses Niveau zu kommen, vor einem guten Jahr, als ich mich zum Wechsel ins Team BULLS entschloss. Die Möglichkeit, ab sofort beim Cape Epic die Gesamtwertung ins Visier nehmen zu können, motivierte mich über die Wintermonate unheimlich. Kein Wetter war mir zu garstig und kein Training zu hart, um alles dafür zu tun, damit ich so stark wie noch nie in die Saison starten konnte. Gereicht hat es dann am Cape Epic zwar nicht für den Gesamtsieg. Zwei Etappensiege, zwei Tage im Leaderjersey und die Erfahrung, bei diesem Rennen, umgeben von einem so einmaligen Team, bis zum Schluss ganz vorne mitfahren zu können, haben mich aber definitiv weiter gebracht.

Es folgten danach zwei Monate, in denen ich Anlauf für meinen erfolgreichen Sommer nahm. Ab meinem Sieg beim Black Forest Marathon Mitte Juni sammelte ich Siege und Podestplätze, wie man es sich nicht besser vorstellen kann; an der Transalp konnten wir zwei Etappen gewinnen, dazu gewann ich die Eiger Bike Challenge, die outdoor trophy, den Dolomitenmann und anfangs Oktober auch noch das Extreme sur Loue. Total kletterte ich in der abgelaufenen Saison 14 mal auf das höchste Treppchen und weitere 15 mal auf das Podest.

Überragt wurde aber alles von meinem Sieg am Grand Raid. Es war das Rennen, für das ich mich schon im Frühling entschieden hätte, wenn ich alle meine weiteren Erfolge für einen garantierten Sieg hätte hergeben können. Geschenkt wurde mir beim Ritt über mehr als 5‘000 Höhenmeter in rund 6 Stunden dann aber überhaupt nichts. Es standen der Welt- sowie auch der Europameister am Start und beide wollten sie diesen Klassiker zum ersten Mal gewinnen. Nach einem Duell bis aufs Letzte und einem regelrechten Krimi auf den letzten Kilometern war es aber keiner der beiden Titelträger, der sich in Grimentz feiern lassen konnte. Keiner kam an mir vorbei und ich konnte meinen dritten Sieg feiern. Somit bin ich nun Rekordsieger bei der Mutter aller Marathonrennen. Allein das ist schon ein schöner Leistungsausweis!

Genauso zufrieden machen mich aber die Wochen vor und nach diesem Triumph. Im August und bis Mitte September konnte ich auf demselben Niveau fahren wie der Weltmeister. Woche um Woche kam es in der Endphase zum Duell zwischen uns. Genau das ist es, was ich mir vor dieser Saison vorgenommen hatte; den Aufstieg vom Jungen, dem die Zukunft gehören soll, aus früheren Jahren zum Athleten, der sich der Spitze seines Leistungspotenzials nähert und zu den Besten der Gegenwart gehört. Oder anders gesagt, die Zukunft begann in diesem Sommer.

Um soweit zu kommen, brauchte es viel Einsatz von mir. Es brauchte aber genauso den Einsatz von meinem Umfeld. Vom Team BULLS, welches mir überall auf der Welt optimale Rahmenbedingungen zur Verfügung stellte. Von meinen Sponsoren Fischer Bau AG, Viamedici Software, terreactive, dem Therapiezentrum Zug und dem Restaurant Litzi, die mir in Form ihrer Unterstützung ihr Vertrauen und ihre Leidenschaft ausgesprochen haben. Von Moreno Gava und dem TT Hedingen, wo ich wieder viele neue Inputs für mein Training abseits des Bikes bekommen habe. Von meiner Familie, die immer mit mir mitfieberte. Und von meiner Frau Simone, die sich Woche für Woche engagiert und ihre eigenen Interessen in den Hintergrund gestellt hat, damit es mir stets gut ging und an nichts fehlte. All diesen Partnern möchte ich ganz herzlich DANKE sagen für den geleisteten Einsatz. Ohne euch geht’s nicht!
 

   
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