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10. Oktober 2008, Roc d’Azur - die Batterien sind leer

Was sich bereits auf den letzten Kilometern in Ornans angekündigt hatte, hat sich nun am Roc Marathon in Südfrankreich bestätigt. Meine Batterien sind leer! Zuerst sah es aber noch einigermassen gut aus.

Am Freitagmorgen pünktlich um acht Uhr ging es los. Der hochdotierte Marathon in Fréjus lockte nochmals ein sehr starkes Feld an die Startlinie. Ich reihte mich auf den ersten Kilometern standesgemäss ganz vorne ein. Im ersten Singletrail führte ich zusammen mit Teamkollege Thomas Zahnd sogar das Rennen an. Von mir aus hätte aber zu diesem Zeitpunkt das Rennen bereits zu Ende sein müssen. Wenig später fuhr ich nämlich alleine mit wenigen Metern Rückstand hinter der Spitzengruppe um Marathon Weltmeister Paulissen, Cross Country Weltmeister Sauser, Marathon Europameister Lakata und Moos. Ich versuchte mit vollem Einsatz den Anschluss wieder herzustellen um da im Windschatten mitfahren zu können. Ich glaubte ganz fest daran es schaffen zu können, denn die vier schienen nicht an ihrem Limit zu fahren. Doch es reichte nicht, die nötige Kraft um die grossen Gänge in Schwung zu halten, fehlte mir.

Nach ein paar einsamen Kilometern beschloss ich, mein Unterfangen zu beenden, denn ich merkte, dass ich meine noch verbleibenden Kräfte gut einteilen musste, um das Rennen beenden zu können. Zudem war es im Gegensatz zu den vergangenen Wochen ziemlich warm, ja schon fast heiss. Den längsten Anstieg des Rennens, kurz vor Rennhälfte, nahm ich dann in der ersten Verfolgergruppe ab Rang fünf mit Zahnd, Sahm, Genze und Käss in Angriff. Zu mehr als einfach zum Mitfahren reichte es allerdings nicht mehr. Im Gegenteil, nach einem Ausrutscher schon früh in der Abfahrt versuchte ich in der Folge das entstandene Loch wieder zu schliessen. Obwohl die Gruppe in den zahlreichen Gegenanstiegen mehrmals in Griffnähe schien, schaffte ich den Anschluss nicht mehr. Also fuhr ich alleine auf meinen letzten Rennkilometern der Saison.

Ich erwartete sehnsüchtig die letzten Kilometer, doch der Blick auf die Uhr war ernüchternd, denn es stand noch mehr als eine Rennstunde bevor. In dieser Zeit fuhr ich in eine meiner bisher grössten Krise. Meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt des Rennens waren bei den vergangenen Wochen. In meinem aktuellen Zustand konnte ich nicht begreifen, wie es überhaupt möglich ist, innert wenigen Stunden eine Marathon WM und das Dolomiti Superbike zu fahren. Ein Swiss Bike Masters oder einen Grand Raid auch nur halbwegs vernünftig zu überstehen, geschweige denn zu gewinnen. Nun betrachtete ich meine Leistungen in dieser Saison aus einem ganz anderen Blickfeld. All meine Erfolge lösten in mir nochmals eine grosse Genugtuung und Zufriedenheit aus, obwohl es mir schlecht ging. Dabei verlor ich noch zwei Ränge ohne mich dagegen wehren zu können. Einige Anstiege die alle anderen Athleten hoch fuhren, musste ich gar hoch laufen. Nach 3:39:26 als Zehnter das Ziel zu erreichen, war für mich die grösste Erlösung dieser Saison.

Die kommenden paar ruhigen Wochen kommen für mich nun genau zum richtigen Zeitpunkt, ich brauche sie dringend.

   
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Swiss champion, Worlds and Europeans medalist, serial winner

 

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