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17. August 2008, #5 iXS sbc Grindelwald – ich bin wieder zurück

Foto vergrössernAls ich am Samstagmorgen nach Grindelwald reiste, hatte ich genau die gleiche Überzeugung, wie ich sie dieses Jahr schon auf dem Weg nach Kirchzarten und Küblis hatte. Die Überzeugung, dass ich das Rennen am nächsten Tag gewinnen werde. Passiere, was wolle. Zu diesem Gefühl kam ich schon in den Tagen nach der misslungenen SM, als ich mit dem Rennvelo von zu Hause aus ein paar lange Ausfahrten über diverse Pässe machte.

Ich versuchte diese Überzeugung heute so schnell wie möglich zu zeigen. Gleich mit dem Startschuss setzte ich mich darum an die Spitze des Rennens, sorgte vom ersten Meter an für ein hohes Tempo. Dieses zog ich gleich bis auf die Grosse Scheidegg durch. Darum hatte die Spitzengruppe bereits da einen beruhigenden Vorsprung. Bei mir waren noch Zahnd, Buchli, Spaeth und Stoll. Für eine erste Vorentscheidung hatte ich also schon nach 13 von 88 Kilometern gesorgt. In der Folge hielt ich mich etwas zurück. Dies schien anscheinend allen recht zu sein, jedenfalls waren die folgenden Kilometer eher ruhig, unsere Gruppe blieb zusammen. Erst im steilen und ruppigen Aufstieg aufs Feld, mit 2170 Metern der höchste Punkt der Strecke, kam wieder etwas Leben ins Spiel. Nun schien Buchli für eine weitere Selektion sorgen zu wollen, in dem er die Kadenz erhöhte. Sein Tempo sprengte die Gruppe, während ich mich als Letzter an seinem Hinterrad festbiss. Schliesslich musste aber auch ich ihn ziehen lassen. Bis auf den Gipfel verlor ich in etwa eine halbe Minute auf ihn. Dies beunruhigte mich aber eigentlich nicht weiter, denn ich hatte ja meine Überzeugung. Ab sofort lautete meine Taktik, so schnell wie möglich wieder aufschliessen, dann mit so wenig Aufwand wie möglich mitzufahren um dann im langen Aufstieg zur kleinen Scheidegg für die Entscheidung zu sorgen.

Kaum hatte ich mir diesen Plan zurechtgelegt, wurde er allerdings schon wieder tüchtig durcheinander gebracht. In einer Kurve auf der Abfahrt über eine nasse Wiese rutschte mir das Hinterrad weg und ich flog spektakulär und in hohem Bogen durch die Luft. Glücklicherweise landete ich weich und blieb dabei, ebenso wie mein Bike, unbeschadet. Allerdings zogen inzwischen Spaeth und Stoll an mir vorbei. So musste ich zuerst das Loch zu ihnen wieder schliessen. Dies gelang mir gleich mit den ersten Metern des nächsten Anstieges. Nun musste ich allerdings meinen Plan erneut anpassen und ich setzte ab sofort alles auf den Anstieg zur kleinen Scheidegg. Meine Überzeugung half mir dabei. Im nun noch dazwischen liegenden Teil mit teilweise sehr steilen Anstiegen blieben nur noch Spaeth und ich übrig auf der Verfolgung des Leaders. Allerdings machten sich bei mir bereits zu diesem frühen Zeitpunkt erste Krämpfe bemerkbar. Also hielt ich mich ab sofort zurück und verpflegte mich ausreichend.

Nach 60 Kilometern begann dann der lang ersehnte, 13 Kilometer und 1300 Höhenmeter lange Aufstieg auf die kleine Scheidegg. Vom Streckenrand wurde mir mitgeteilt, dass mein Rückstand 2.30 beträgt. Also wusste ich, dass ich alles und noch etwas mehr geben musste, damit es reicht. Ich legte ein schnelles Tempo vor, welchem Spaeth schon bald nicht mehr folgen konnte. Ich war also auf einem guten Weg. Laufend wurde ich über meinen Rückstand von den Zuschauern informiert. Er wurde immer kleiner. Etwa in der Hälfte des Aufstieges sah ich dann Buchli ein paar Kurven weiter oben. Dies war für mich die Erlösung, denn mit dem Hasen und somit dem möglichen Sieg vor Augen konnte ich nochmals die letzten Kräfte mobilisieren. Ich kam immer näher und etwa zwei Kilometer vor dem Gipfel hatte ich ihn dann eingeholt. Es folgte sogleich eine steile Laufpassage, in der er noch bei mir blieb, gleich als es dann aber wieder aufs Bike ging, konnte ich mich absetzen. Nochmals ein paar Höhenmeter und dann nur noch die Abfahrt mit zwei Gegensteigungen ins Tal zurück und nochmals einen Kilometer hinauf ins Ziel trennten mich nun vom Sieg. Ich fuhr nun so schnell ich noch konnte weiter. Erst nach dem ersten der beiden Gegenanstiege schaute ich das erste Mal zurück. Ich sah niemanden mehr hinter mir und somit wusste ich, dass nichts mehr schief gehen konnte. Nach rund 4:33.52 und somit mit neuem Streckenrekord wurde meine Überzeugung dann Tatsache und ich gewann das Rennen. Am Ende sogar deutlich, denn Buchli stürzte in der Abfahrt noch schwer, konnte den zweiten Platz aber Blut überströmt und nur neun Sekunden vor Teamkollege Zahnd noch ins Ziel retten.
Foto vergrössernMit dem vierten Sieg im fünften Rennen der iXS swiss bike classic konnte ich somit meinen Sieg aus dem Vorjahr bereits zwei Rennen vor Schluss wiederholen. Kam ich im letzten Jahr noch mit einem Sieg, dem Dreifachsieg mit meinen Teamkollegen in Schleitheim, zum Gesamtsieg, werde ich dieses Jahr mit dem Punktemaximum gewinnen! Überdies war es bereits mein elfter Podestplatz und der siebte Sieg in der laufenden Saison!

Mit schnellen Beinen alleine erreicht man dies aber nicht. Es braucht auch die entsprechende Betreuung und das beste Material dazu. In diesem Sinne wieder ein grosses Dankeschön an das Team.

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(Fotos: Martin Platter)

   
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Swiss champion, Worlds and Europeans medalist, serial winner

 

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