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3. August 2008, Marathon SM – Die Freude wieder gefunden

Foto vergrössermNach zwei super schönen Monaten, in denen mir viel mehr gelungen ist als ich mir selber erträumt habe, lief vieles von alleine. Alles klappte und ich konnte mir nicht vorstellen, dass mich etwas bremsen könnte. Doch am letzten Montag folgte der Schock! Von einer Sekunde auf die andere verlor ich die Freude an meinem Sport, als ich vom Dopingfall Riis Andersen erfuhr. All meine bisherigen Resultate der Saison, besonders der dritte Platz an der Weltmeisterschaft, liessen meinen Glauben daran, dass Doping im Mountainbike Marathon kein Thema ist, grösser werden. Ich habe ja selber gesehen, dass es möglich ist, ehrlich an die Weltspitze zu fahren. Dass nun ausgerechnet der Däne, der mich an der EM im Spurt hinter sich liess, positiv getestet wurde, traf mich mitten ins Herz. Meine Enttäuschung war riesengross und ich fühlte keine Emotionen mehr in den Trainings.

Ich schaffte es nicht, dieses Gefühl bis heute Morgen los zu werden und so stand ich völlig abwesend am Start der Schweizer Meisterschaft. Ich hatte keine Lust auf dieses Rennen, am liebsten wäre ich gar nicht gestartet. Eine Medaille oder sogar der Titel war damit natürlich schon vor dem Start verloren. Ganz tief in mir war aber doch noch ein Funken Hoffnung auf ein Wunder. Schon im ersten kurzen Anstieg erlosch aber auch dieser. Ich musste die Spitzengruppe ziehen lassen, brachte nichts zustande und war den Tränen nahe. Am liebsten hätte ich das Rennen auf der Stelle aufgegeben! Doch ich kämpfte weiter, schaffte im folgenden Flachstück nochmals den Anschluss an die Spitzengruppe. Doch gleich mit dem nächsten Höhenmeter verlor ich diesen wieder. Ab nun fuhr ich in meinem - heute bescheidenen - Tempo weiter und habe wie in den letzten Tagen viel über meinen Sport nachgedacht. Ich wurde ab und zu von hinten ein- und überholt. Meine Konkurrenten fragten sich wohl, was mit mir los ist und versuchten mich sogar aufzumuntern, es nützte aber nichts. Auf der ersten Alp nach weniger als einer Rennstunde war an der Spitze Buchli bereits alleine unterwegs und bot anscheinend eine riesen Show, wie ich später erfahren habe. Eigentlich wurde ja wie am Swiss Bike Masters vor zwei Wochen wieder ein Duell zwischen uns zweien erwartet, doch ich mühte mich stattdessen auf Position zehn, bereits mit knapp vier Minuten Rückstand, alleine ab. So ging es weiter. In den Anstiegen verlor ich immer Zeit und in den Abfahrten war meine oberste Priorität, nicht zu stürzen. Dies wäre das letzte gewesen, was ich heute noch hätte gebrauchen können, denn mittlerweile hatte ich mich wieder etwas gefasst. Die Leere zu Beginn wich nun einer Wut gegen mich selber. Wut darüber, dass ich mich wegen eines Betrügers hatte aus der Bahn werfen lassen. Das heutige Rennen hatte ich aber längst abgehakt.

25 Kilometer vor dem Ziel ging es mir dann wieder so gut, dass ich mich motivieren konnte wieder zu kämpfen, zu beissen und zu leiden. Bis ins Ziel konnte ich mich damit noch um drei Positionen verbessern und kam, wie im letzten Jahr, als Siebter ins Ziel. Viel wichtiger als der Rang war für mich aber die Tatsache, dass ich in der letzten Rennstunde die Freude und die Leidenschaft wieder gefunden habe. In dieser Phase des Rennens setzte ich mir auch gleich ein neues Ziel, das mich in den nächsten Wochen antreiben wird. In drei Wochen wird dieses Ziel bereits hinter mir liegen, ich bin sehr gespannt ob ich es erreichen werde…

Buchli zog seine Show übrigens durch und gewann den Meistertitel auf eindrückliche Art und Weise. Ich mag ihm diesen Sieg wirklich sehr gönnen. Unsere Duelle in den vergangenen Rennen haben ihm heute sicherlich nicht geschadet und darum kann ich mich über seinen Sieg freuen. Das nächste Mal werde ich aber wieder bereit und möchte auch wieder Teil der Show sein.

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(Fotos: Martin Platter / Noldi Huber)


   
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Swiss champion, Worlds and Europeans medalist, serial winner

 

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