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29. Juni 2008, #3 iXS sbc Schleitheim – Sieg als Zückerchen

Das heutige Goldenrace von Schleitheim bildete für mich den Abschluss einer intensiven Trainingswoche. Eigentlich wäre dieses Rennen ja wichtig gewesen, da es das Dritte der iXS classic war und ich mit einem Sieg bereits eine ganz kleine Vorentscheidung in der Gesamtwertung hätte herbeiführen können. Doch im Hinblick auf die Marathon WM vom nächsten Samstag entschloss ich mich, diese Woche nochmals gut zu trainieren. Dies begann bereits nach dem Sieg von Kirchzarten, als ich die 120 Kilometer nach Hause gleich auch noch mit dem Velo fuhr. So betrachtete ich das heutige Rennen eigentlich als rennmässiges Training. Wissen musste dies vor dem Start ja niemand…

Foto vergrössernTatsächlich merkte ich dann bereits auf den ersten Metern, dass es heute hart wird und ich nicht sehr frisch war. Auf keinen Fall sollte dies aber jemand merken, um daraus Motivation schöpfen zu können. Darum fuhr ich immer in den ersten Positionen und liess mir nichts ansehen. Die gleiche Taktik dann im ersten Anstieg. Ich fuhr vorne so schnell ich konnte und biss so sehr auf die Zähne, dass mir diese fast weh taten. Zu meinem eigenen Erstaunen waren wir oben nur noch zu dritt. Thomas Zahnd, Ralph Näf und ich, ganz so langsam konnte ich also doch nicht sein. In der Abfahrt fuhren wir dann eher zaghaft. Dies war mir einerseits recht, so konnte ich mich etwas erholen, andererseits kam von hinten Lukas Buchli aber schnell bedrohlich nahe und schaffte zu Beginn des zweiten Anstieges dann fast den Anschluss. Genau das, was ich eigentlich vermeiden wollte. Somit war klar, dass ich im zweiten Anstieg wieder alles geben musste was meine müden Beine noch zuliessen.

Zusammen mit Näf konnte ich mich somit leicht absetzen. Nun folgte die schwierigste Abfahrt des Rennens. Ich stach als erster in diese und fuhr schnell, aber dennoch auf sicher runter, Näf klebte an meinem Hinterrad. Nach 30 Kilometern lagen wir dann etwa 30 Sekunden vor Zahnd und Buchli. Die für mich bestmögliche Rennsituation war also Realität. Wir besprachen uns und suchten nach der weiteren Taktik. Näf sagte, er sei noch etwas müde nach seinem dritten Rang an der Cross Country WM vom letzten Sonntag und wolle nur sechs Tage vor der Marathon WM nicht voll am Limit fahren. Ich entgegnete, dass für mich heute nicht nur der Rang, sondern vor allem ein möglicher Zeitvorsprung wichtig für die Gesamtwertung sei und erläuterte den weiteren Streckenverlauf. Im Stile eines grossen Champions sicherte er mir seine weitere Unterstützung zu, was mich natürlich sehr freute und meine Müdigkeit etwas vergessen liess. Nach dem dritten Berg hatten wir dann bereits ein beruhigendes Polster zwischen uns und den Rest gelegt. Auf den verbleibenden 45 grösstenteils flachen Kilometern bis ins Ziel harmonierten wir dann sehr gut. Ich leistete den grössten Teil der Führungsarbeit, denn schliesslich brauchte ich ja die Zeit. Immer wenn ich mich aber erholen musste, sprang der Champion ein und gönnte mir in seinem Windschatten etwas Erholung. So wuchs unser Vorsprung schnell an. Nach 3:23.39 war dann das Rennen für mich zu Ende, als ich eine Sekunde vor Näf als Sieger im Ziel eintraf. Dritter wurde Zahnd, der Buchli auf den letzten Kilometern noch deutlich distanzieren konnte, aber trotzdem bereits über fünf Minuten Rückstand hatte.

Foto vergrössernDieser Sieg ist für mich natürlich schön und ich schaue mir diese Rangliste sehr gerne an. Trotzdem möchte ich diesen Sieg aber nicht überbewerten und bin mir bewusst, dass ich diesen auch zu einem grossen Teil Näf zu verdanken habe, der sich spontan für mich einsetzte. Wie ein echter Champion eben. Ein ganz herzliches Dankeschön darum an ihn. Ebenso auch an Zahnd, der in der entscheidenden Phase keine Nachführarbeit leistete und seine eigenen Ambitionen zurückstellte. In diese Situation musste ich mich aber selber bringen, und dass ich nach der letzten Woche in der Lage dazu war, erstaunt mich selber schon etwas.

Dass die Betreuung auch heute wieder perfekt war, mag langweilig tönen, weil es ja nichts Neues ist. Trotzdem erwähne ich es einmal mehr, denn es ist alles Andere als selbstverständlich, vielen Dank!

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(Fotos: Martin Platter)

   
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