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22. Juni 2008, Black Forest ULTRA Bike Marathon - It’s a beautiful day

It’s a beatuiful day. Diesen Satz gab Thomas Zahnd heute Morgen kurz vor sieben Uhr beim Einfahren von sich. Und er hatte recht. Denn es war zu diesem Zeitpunkt tatsächlich ein prächtiger Tag mit der noch tief stehenden Sonne am wolkenlosen Himmel. Ich entgegnete ihm meine Hoffnung, nämlich dass wir diesen Satz auch nach dem Rennen noch sagen können. Dazwischen lagen 116 Kilometer mit etwas über 3000 Höhenmeter auf einer staubtrockenen Strecke grösstenteils auf Kiesstrassen. Es sollte also aufgrund dieser Voraussetzungen ein sehr schnelles Rennen geben.

Um halb acht ging es dann los. Wie alle Favoriten mit einem GPS Sender am Bike ausgestattet, um die Zuschauer im Zielstadion in Kirchzarten laufend über die aktuelle Rennsituation zu informieren, ordnete ich mich auf den ersten Kilometern etwas zurückgezogen im Feld ein. Als dann wenig später der erste Anstieg im Weg stand, startete ich mein Unterfangen. Dieses hatte heute nicht einfach nur den Sieg zum Ziel. Auf dem Weg zu diesem wollte ich absolut nichts dem Zufall überlassen und das Rennen zu jedem Zeitpunkt bestimmen.

Dass ich in der Lage dazu bin, bestätigte sich schnell, denn meine Beine fühlten sich von Beginn an so stark an wie schon die letzten paar Tage. Unter meinem Tempodiktat wurde die Spitzengruppe schnell klein und übersichtlich. Am Titisee, nach 32 Kilometern und dem ersten langen Anstieg mit der folgenden Abfahrt, waren wir noch zu siebt übrig geblieben. Der nächste steile Anstieg forderte dann zwei weitere Opfer. Die verbleibende Spitzengruppe um Zahnd, Spaeth, Kugler und mir war dann fest in Schweizer Hand. Nur der Italiener Cattaneo fiel dabei etwas aus der Reihe.

Der erste Teil meines Vorhabens, nämlich eine übersichtliche Gruppe nach dem ersten Renndrittel zu formieren, war also schon mal gelungen. Nun hielt ich mich etwas zurück, denn erstens ging ja das Rennen noch sehr lange. Zudem gab es ab jetzt wohl viele Anstiege, diese waren allerdings nur kurz und dazwischen gab es zahlreiche flache Abschnitte, auf denen zum Teil kräftiger Gegenwind herrschte. Es wäre also völlig blödsinnig gewesen, das Rennen weiterhin alleine zu bestimmen. Wir harmonierten einigermassen gut und kamen zügig voran. Während dieser Phase des Rennens versuchte ich, in meine noch übrig gebliebenen Begleiter zu schauen und zu erahnen, was noch in ihnen steckt. Dabei war es schön zu wissen, dass in mir noch so einiges steckte. Ich traute mir zu, meine Taktik, welche ich mir für den optimalsten Fall zurecht gelegt hatte, umsetzen zu können. Diese lautete wie folgt: Ab Kilometer 76 bei Todtnau, also genau 40 vor dem Ziel und mit Beginn des letzten langen Anstieges über zehn Kilometer, wieder das Kommando zu übernehmen um die Gruppe zu sprengen und mich definitiv absetzen zu können. Es schien zu klappen.

Leider war es Zahnd, der als erster abreissen lassen musste. Die drei anderen blieben noch bei mir, schienen dabei aber wie ich leiden zu müssen. In der Folge nahm ich dann nochmals etwas raus. In einem steilen Asphaltanstieg in Aftersteg setzte ich mich dann endgültig ab. Dahinter passierte genau das, was ich mir erhofft hatte, die Gruppe fiel nämlich völlig auseinander. Es folgten mir einzeln Cattaneo, Spaeth und Kugler. So war klar, dass nach dem Anstieg auf den verbleibenden 30 Kilometern mit vielen Flächen und Abfahrten mir keine Gruppe nachjagte, die sich hätte organisieren können. So war jeder auf sich alleine gestellt. Die besten Karten dabei hatte ich. Nicht nur weil ich an erster Stelle lag, sondern weil ich mich noch immer stark fühlte. Ich hatte keine Zweifel daran, dass ich das Ganze nicht durchziehen könnte, fuhr an meinem Limit Richtung Sieg. Nach der letzten rasanten Abfahrt und 4:16:14 wurde ich dann als klarer Sieger von vielen begeisterten Zuschauern im Ziel empfangen. Die Reihenfolge dahinter blieb unverändert. Cattaneo vor Spaeth, Kugler und Zahnd als Fünfter.

Was sich also bereits früh morgens ankündigte war aktueller denn je, nämlich a beautiful day. Dies umso mehr weil Renata Bucher das Rennen über 88 Kilometer gewinnen konnte. Ich konnte mein Vorhaben also perfekt umsetzen, hatte das Rennen zu jedem Zeitpunkt voll im Griff und am Schluss deutlich gewinnen können. Daran war ich aber nicht alleine schuld. Ebenfalls einen hervorragenden Job machte die Stöckli-Crew am Streckenrand. Die Verpflegung und Betreuung war perfekt organisiert und klappte einwandfrei. Besonders bei den heute herrschenden Bedingungen mit Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke ist dies der Grundstein für solche Resultate. Ein herzliches Dankeschön dem ganzen Team!

   
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