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3. Mai 2008, Gardasee Marathon, wieder auf dem Podest

Die Region um den Gardasee gilt als eigentliches Bikemekka. Trotzdem habe ich es bisher noch nie hierhin geschafft. Dies sollte für das heutige Rennen allerdings kein grosser Nachteil sein, denn die Streckenführung des prestigeträchtigen Marathons im Rahmen des mehrtägigen Bikefestivals war in diesem Jahr völlig neu. Zudem konnte ich dank der frühen Anreise vorgängig bereits einen Teil der Strecke besichtigen und so einen ersten Eindruck gewinnen. So war mir schnell klar, dass die heutigen 107 Kilometer und über 3500 Höhenmeter auf der Ronda Extrema sehr anspruchsvoll und hart werden. Ich freute mich aber gerade deswegen sehr auf das Rennen und traute mir auch einiges zu.

Am Start dann die gewohnte Nervosität. Wer ist alles da? Wer sieht schnell aus? Die ersten Eindrücke zählen allerdings dann nichts mehr sobald es los geht, denn spätestens jetzt müssen alle ihre Karten aufdecken. Heute war dies umso mehr der Fall, denn die erste Anstiege waren so steil, dass die Beine nur schon beim Anblick dieser schmerzten und man das Gefühl hatte gegen eine Wand zu fahren.
Früh übernahm Thomas Stoll das Zepter und gab mächtig Gas, als wolle er das Führungsmotorrad herausfordern. Ich war unmittelbar dahinter und hielt sein Hinterrad, bis ich dann schliesslich als Letzter auch abreissen lassen musste. In der Folge schafften es nochmals zwei Fahrer nach vorne zu fahren, während ich mich eine knappe Minute dahinter in der zweiten Gruppe aufhielt. Diese Situation änderte sich im weiteren Verlaufe des Anstieges nicht mehr nennenswert. In der langen und groben Abfahrt konnte ich mich dann aus meiner Gruppe absetzen und befand mich nun auf Position vier. Nach einer kurzen Gegensteigung folgte der von mir gestern besichtigte Mittelteil. Nahezu flach mit ein paar kurzen Gegensteigungen sollte mir dieser eigentlich liegen. Doch statt dabei weiter nach vorne zu fahren, musste ich mich nun nach hinten orientieren. Ich hatte plötzlich Mühe, das Tempo hochzuhalten. Schon bald kam dann von hinten glücklicherweise wieder eine Gruppe. Ich schloss mich ihr an, versuchte mich so gut wie möglich zu erholen und zu verpflegen. Dies schien die absolut richtige Entscheidung zu sein, denn schon bald ging es mir wieder bedeutend besser und ich bestimmte das Tempo unserer Gruppe.
Als dann nach etwas über 70 Kilometer die Strecke endlich mal wieder übersichtlicher wurde, sah ich zu meinem eigenen Erstaunen noch immer nur 30 Sekunden vor mir die Spitzengruppe, der mittlerweile vier Fahrer angehörten. Tatsächlich bestätigte mir mein Betreuer am Streckenrand kurz darauf diese Situation. Das hiess für mich, dass das Rennen noch absolut nicht entschieden war, ein Podestplatz oder sogar der Sieg noch in Reichweite lagen.

Nun begann der letzte, rund 13 Kilometer lange Anstieg des Rennens. Die aktuelle Rennsituation und das Gefühl nochmals ganz nach vorne fahren zu können, motivierten mich sehr, sodass ich wenig später zwei Positionen gut machen konnte und nun auf dem dritten Rang unterwegs war. Das schien das Maximum zu sein, denn die ersten beiden pushten sich an der Spitze derart, dass sie bereits weit und breit nicht mehr zu sehen waren. Allerdings konnte auch ich meinen Vorsprung nach hinten auf ein beruhigendes Polster ausbauen. Kurz vor dem Gipfel stand dann Roland Stauder am Streckenrad und flickte ein plattes Hinterrad. Nun war ich also Zweiter. Nach vorne hatte ich allerdings rund drei Minuten Rückstand, der Sieg war also weg. So brachte ich den zweiten Rang auf der langen Abfahrt sicher zurück ins Tal. Die verbleibenden zehn flachen Kilometer zurück nach Riva schienen nicht mehr enden zu wollen. Schliesslich schaffte ich es aber doch noch bis ins Ziel.

Als ich dieses nach etwas über 4h30 erreichte, war ich sehr zufrieden mit meinem Rennen, denn Sieger Stoll war heute absolut der Stärkste und hat das Rennen verdient gewonnen. Ich kann sagen, dass ich mir das Rennen optimal eingeteilt habe und am letzten Anstieg noch das entscheidende Quäntchen zusetzen konnte, um aufs Podest zu fahren. Dass ich alles was ich gehabt hatte gegeben habe, merkte ich dann spätestens bei der Siegerehrung. In einer dem Anlass würdigen Atmosphäre wollte ich die vier Treppenstufen auf die Bühne besteigen, musste dann aber schliesslich nochmals alle Kräfte mobilisieren um auch die letzten Höhenmeter des Tages noch zu schaffen.

Ganz stark war auch wieder mein Team an der Strecke, welches für einen erstklassigen Support sorgte, welcher Renata Bucher mit ihrem Sieg auf der Ronda Piccola abrundete.

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