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News / Archiv
 

2. - 6. April 2008, Cinturon Ciclista

Weil es leider hier im Hotel keinen Internetzugang gibt, konnte ich nicht täglich über die Geschehnisse berichten, darum folgt nun ein etwas längerer Bericht über die einzelnen Etappen.

Wie im vergangenen Jahr bin ich auch jetzt wieder mit der Marathon Nationalmannschaft an der Strassenrundfahrt auf Mallorca. Nachdem es letztes Jahr für einige von uns die erste Rundfahrt war, sind wir nun ein besser eingespieltes Team und wissen einigermassen, wie es läuft. Eine Topklassierung in der Gesamtwertung und eine offensive Fahrweise sind unsere Ziele als Mannschaft für die kommenden Tage.

Mittwoch, Prolog 7,1km
Anders als letztes Jahr begann die Rundfahrt dieses Jahr mit einem Prolog. 7,1 absolut flache Kilometer der Küste entlang galt es also für jeden der Teilnehmer so schnell wie möglich abzuspulen. Einzige Schwierigkeit war die 180° Grad Kurve als Wendepunkt. Kurz vor dem Rennen liess ich mir dann noch den Zeitfahrenkeraufsatz von Thomas Zahnd montieren, um in einer einigermassen vernünftigen Position daherzukommen. Trotzdem fielen wir mit unseren Ausrüstungen gegenüber anderen Teams völlig ab, welche mit Spezialvelos usw. am Start standen. Um 16:31 Uhr war dann mein Start. Ich kam schnell in Schwung und fand einen guten Rhythmus. Dem eine Minute vor mir gestarteten Norweger kam ich schnell näher. Noch vor dem Wendepunkt konnte ich bis auf ca. 30 Sekunden an ihn heranfahren. Ich erwischte die Kurve ziemlich gut und beschleunigte nochmals voll raus, wollte ihn auf dem Rückweg unbedingt noch einholen. Doch der Abstand blieb nun konstant, ich kam nicht mehr näher. Vermutlich bin ich doch etwas zu schnell gestartet und konnte nun nicht mehr zusetzen. Im Ziel reichte meine Zeit von 9’42 für den 80. Rang. Auf den Sieger büsste ich rund 1’05 ein.
Die morgige 2. Etappe ist dann zum Glück etwas länger, geht in die Berge und führt über 132 Kilometer.

Donnerstag, 2. Etappe 131,6 km
Es war anzunehmen, dass die heutige Etappe bereits eine Vorentscheidung bringen wird. Dementsprechend wurde auf den ersten 50 flachen Kilometern auch gefahren. Es gelang niemandem, sich entscheidend abzusetzen. So fuhr das ganze Feld geschlossen in den ersten Anstieg. Ich erwischte nur eine Position im Mittelfeld, konnte mich im Anstieg etwas nach vorne arbeiten, so dass ich etwa als 50. oben ankam. Ganz vorne bestimmte Roman Peter das Tempo. In der Abfahrt konnte er sich dann sogar absetzen. Ebenfalls vorne mit dabei waren Thomas Zahnd und Sandro Spaeth. Peter profitierte von seiner Aktion, indem er nach der Abfahrt eine Zwischenwertung gewann und damit nach der Etappe das entsprechende Leadertrikot übernehmen konnte. Kurz darauf bogen wir dann in den 14 Kilometer langen Anstieg zum Puig Major ein. Wir zeigten uns sehr präsent an der Spitze. Bereits in den ersten Metern des Anstieges machte sich Spaeth auf den Weg zu Peter nach vorne. Ich fuhr mit möglichst wenig Aufwand in unserer Gruppe mit. Als diese dann auseinander fiel, befand ich mich leider etwas weit hinten, sodass ich den Anschluss im Gegensatz zu Zahnd verpasste. Ab nun fuhr ich stets in den vordersten Positionen unserer Gruppe. Vereinzelt wurde angegriffen und versucht nach vorne zu fahren. Ich ging mehrmals mit, alle Aktionen waren aber erfolglos. So kam ich in der ersten grösseren Verfolgergruppe auf den Gipfel. Ganz vorne konnte Zahnd den Bergpreis im Sprint gewinnen und damit das Bergtrikot erobern. Nun warteten noch über 40 Kilometer bis ins Ziel. Vorne war eine Spitzengruppe mit 17 Fahrern, darunter drei Schweizer, mit knapp zwei Minuten Vorsprung. Ich befand mich in der ersten Verfolgergruppe dahinter, übernahm darin aber natürlich keine Verantwortung. Eine weitere Minute hinter uns dann die nächste Gruppe mit Lukas Buchli. Eigentlich sollte dieser Vorsprung für die erste Gruppe reichen um durchzukommen, vorausgesetzt sie harmonieren einigermassen. Doch dies taten sie nicht. Und weil das deutsche Team Sparkasse, welches im letzten Jahr die Rundfahrt dominierte, keinen Fahrer vorne hatte, übernahmen sie die Nachführarbeit. Der Vorsprung schmolz kontinuierlich. Ich hielt mich immer so an 5. bis 10. Position, hatte auch über die zahlreichen Gegensteigungen keinerlei Probleme mitzukommen. Drei Kilometer vor dem Ziel erfolgte dann der grosse Zusammenschluss und es kam zum Sprint der 50er Gruppe. Ich kam als 36. ins Ziel. Peter sprintete als bester Schweizer auf Rang 12. Im Gesamtklassement machte ich somit einen Sprung auf den 39. Rang, noch immer mit 1’05 Rückstand aus dem Prolog.
Unser Ziel für die kommenden Etappen ist es nun, das Bergtrikot zu verteidigen.

Freitag, 3. Etappe 134,4 km
Heute stellte ich mich voll in den Dienst der Mannschaft. So sorgte unter anderem ich im ersten Anstieg gleich nach dem Start dafür, dass das Tempo hoch gehalten wurde. Ziel dieser Aktion war es, dass Zahnd mit möglichst kleinem Aufwand zu den oben vergebenen Bergpunkten kommt. Unsere Taktik ging aber nicht ganz auf, denn auf den letzten Metern wurde er noch von seinem härtesten Widersacher überspurtet und war als Dritter oben. Damit konnte er seine Führung um einen Punkt behaupten. In der nun folgenden Abfahrt mit zahlreichen Gegensteigungen und der anschliessenden Fläche gab es dann aus dem beinahe noch kompletten Feld zahlreiche Angriffe. Ich ging ein paar mal mit, doch es passierte nichts entscheidendes. Erst wenige Kilometer bevor wir das zweite Mal in den Anstieg kamen, konnte sich eine Gruppe von sechs Fahrern absetzen. Erfreulicherweise erkannte Spaeth den richtigen Zeitpunkt und war dabei. In der Anfahrt zum Berg fiel unser Tempo dann zusammen. Ich hielt mich dabei stets weit vorne auf, um zu Beginn des Anstieges eine gute Position zu haben. Doch kurz davor wurde auf beiden Seiten überholt und ich war in der Mitte völlig eingeklemmt, sodass ich mich plötzlich weit hinten wieder fand. Vorne wurde nun wieder Tempo gemacht, denn man wollte die Spitzengruppe wieder einholen. Das Feld wurde in die Länge gezogen und ich nutzte jede Möglichkeit um Positionen gut zu machen. Doch wenig später riss der Faden und ich fand mich im zweiten Feld wieder. Bald darauf übernahm ich dann die Initiative dessen, doch der Abstand nach vorne blieb konstant bei einer guten Minute. Weil es die Fluchtgruppe über den Berg schaffte waren alle Bergpunkte weg und das Trikot blieb in unserer Mannschaft. In der Abfahrt kam es vorne dann nochmals zum Zusammenschluss und einem erfolgreichen Gegenangriff von sieben Fahrern, während unsere Gruppe die letzten fast 40 Kilometer nicht mehr wirklich schnell fuhr und das Ziel mit 5’47 Rückstand erreichte. Im Gesamtklassement liege ich nun auf dem 42. Rang mit 6’37 Rückstand.

Samstag, 4. Etappe 128,5 km
Die Flachetappe über fünf Runden verlief ziemlich langweilig. Mir war dies gerade recht, denn nach den letzten beiden Etappen ging es mir heute nicht gut. Ich litt vom ersten Meter an und versuchte mich so gut wie möglich im Feld zu verstecken und den Aufwand so gering wie möglich zu halten. Dies gelang mir auch ohne grössere Probleme, bis ich in der letzten Runde in den Strassengraben gedrängt wurde. Bis ich zurück auf der Strasse war, war das Feld schon auf und davon und ich musste mich allein zurückkämpfen. Glücklicherweise schaffte ich den Anschluss nochmals, sodass ich zeitgleich mit dem Sieger ins Ziel kam und somit einen schlechten Tag schadlos überstand. Bleibt zu hoffen, dass es mir morgen wieder besser läuft

Sonntag, 5. Etappe 91,9 km
Heute ging es viermal über dieselbe Runde, welche am Anfang einen knapp fünf Kilometer langen Anstieg aufweist und endet mit einem knapp zwei Kilometer langen Anstieg. Für Zahnd ging es heute um den Gesamtsieg in der Bergwertung, während ich versuchte nach dem gestrigen Tag heute wieder mit der Spitze mitzufahren. Dies gelang mir nicht ganz. Jedes mal hatte ich auf dem Berg ein paar Sekunden Rückstand auf die Spitzengruppe. In der folgenden Abfahrt und dem Flachstück fand ich zusammen mit weiteren Fahrern aber jeweils den Anschluss wieder. Von Runde zu Runde lief es mir dann etwas besser. Mittlerweile waren vorne vier Fahrer solo unterwegs. So ging es in unserer Gruppe im Schlussanstieg bloss noch um den fünften Tagesrang. Jeder mobilisierte also nochmals alle Kräfte und eilte dem Ziel entgegen. Ich musste auf den letzten Metern nochmals abreissen lassen und kam schliesslich als 32. mit knapp drei Minuten Rückstand ins Ziel. Im Gesamtklassement konnte ich damit nochmals einen Sprung auf den 28. Schlussrang machen. Nach dem gestrigen Leidensweg habe ich eigentlich nicht mehr mit dieser Klassierung gerechnet. Thomas Zahnd sicherte sich auf eindrucksvolle Art und Weise die Bergwertung, während Sandro Spaeth der beste Eidgenosse im Gesamtklassement war. In der Mannschaftswertung kamen wir auf den fünften Rang.

   
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